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DTXT_TITLE: IBM 1620 Testzentrum in Böblingen (1963)
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BESCHREIBUNG: Die Rechenanlage IBM 1620 ist ein neues elektronisches System, welches besonders für technische Berechnungen entworfen ist. 20.000 Kernspeicherstellen und vollständig mit Transistoren ausgerüstete Schaltungen sehen angemessene Speicherkapazität und Geschwindigkeit zur Lösung von Problemen vor, die bislang die Benutzung teurer und größerer Datenverarbeitungssysteme verlangten. Die Anlage ist in zwei Einheiten untergebracht, deren eine, die IBM 1620, den Kernspeicher und die Steuerelemente, das Steuerpult mit Schreibmaschine enthält. Die zweite Einheit ist der Lochstreifenleser 1621, der auch Platz für den Streifenlocher IBM 961 enthält. Daten und Instruktionen werden im Kernspeicher in Form von Dezimalziffern festgehalten. Jede der 20.000 Stellen kann einzeln addressiert werden und eine Ziffer in einem 6-Bit-Schlüssel speichern. Das Adressiersystem erlaubt die Auswahl jeder Ziffer oder auch jeder Gruppe von Ziffern im Kernspeicher. Daneben verarbeitet die IBM 1620 alphabetische und Sonderzeichen als zweiziffrige Zahlen. Der arithmetische und logische Teil der Anlage wird vom gespeicherten Programm gesteuert. Mehr als 30 Operationen stehen zur Zusammensetzung eines Programms zur Verfügung. Jeder Operationsschlüssel besteht aus zwei Ziffern und ist ein Teil einer zwölfziffrigen Instruktion, welche noch zwei Datenadressen enthält. Diese Tatsache reduziert die Anzahl der für die Lösung eines Problems notwendigen Instruktionen und vereinfacht die Programmierung. Die Instruktionen werden normalerweise eine nach der anderen in Folge ausgeführt. Doch kann die Folge der Operationen an beliebigen Stellen im Programm durch bedingte Sprungbefehle geändert werden. Diese Instruktionen treffen logische Entscheidungen oder prüfen ein System von Anzeigen und Schaltern, die von der Maschine oder vom Bediener gesetzt werden. Addition, Subtraktion und Multiplikation werden mit Hilfe einer Tabellenmethode ausgeführt. In bestimmten Stellen des Kernspeichers sind eine Additions- und eine Multiplikationstabelle untergebracht, die bei arithmetischen Operationen automatisch benutzt werden. Division wird durch ein Unterprogramm der IBM durchgeführt. Die IBM 1620 arbeitet mit variabler Feldlänge im vollen Sinne dieser Bezeichnung. Datenfelder können nicht nur in verschiedener Länge gespeichert werden, sondern diese gleichen variablen Felder können auch Operanden in allen arithmetischen Operationen sein ohne Ausnahme bezüglich Größe oder Stellung im Speicher. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse ist durch Gültigkeitsprüfungen bei der Eingabe, Ausgabe und internen Verarbeitung gesichert.nDas Steuerpult der 1620 besteht aus Steuertasten, Schaltern, Anzeigetafel und Schreibmaschine. Die Tasten und Schalter werden für manuelles und automatisches Arbeiten benutzt. Die Anzeigetafel erlaubt das Ablesen des Inhaltes verschiedener Register und Kontrollkreise innerhalb des Rechners. Die Schreibmaschine wird zur direkten Eingabe von Daten und Instruktionen benutzt; sie liefert ein Protokoll über die Eingriffe durch den Bediener während des Ablaufs eines Programmes. Die Informationen werden durch den Lochstreifenleser IBM 1621 und die Schreibmaschine in den Speicher eingegeben. Der Lochstreifenleser fühlt 8-Kanal-Lochstreifen mit der Geschwindigkeit 150 Zeichen pro Sekunde ab. Die Ausgabe verarbeiteter Daten geschieht über den Streifenlocher IBM 961 und die Schreibmaschine. Der Streifenlocher locht einen 8-Kanal-Lochstreifen mit der Geschwindigkeit 15 Zeichen pro Sekunde, die Schreibmaschine schreibt 10 Zeichen pro Sekunde. Die Vorbereitung von Programmen für die 1620 wird durch moderne Programmierungssysteme und eine Bibliothek von Verwaltungsprogrammen erleichert. Diese Programme ähneln jenen, die für IBM 650, 704, 705, 709, 7070 und 7090 benutzt werden. Das symbolische Programmierungssystem vereinfacht das Schreiben von Programmen. Es wandelt Programme, die unter Benutzung von Symbolen geschrieben wurden, um in Maschinenprogramme, indem es die Symbole in die Maschinensprache übersetzt und Daten und Instruktionen Speicherstellen im Kernspeicher zuordnet. FORTRAN - FORmula TRANslation - heißt ein anderes Programmierungssystem der IBM, welches imstande ist, eine Reihe von algebraischen "Anweisungen" in ein vollständiges Maschinenprogramm zu übersetzen. Ein FORTRAN-Programm für die IBM 1620 kann auch mit IBM 650, 7070, 704, 709 und 7090 übersetzt und durchgeführt werden.
BU:
BILDRECHTE: IBM
FOTOGRAF: Karro Schumacher
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FARBE: sw
STICHWORTE: Historie
RUBRIK: Produkte und Anwendungen
PRODUKTFAMILIE: Sonstiges
BILDART: Innenaufnahme
FORMAT: Quer
ORIGINAL: Negativ
EINGABE: Dentz
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