Die Entwicklung des Systems IBM 4700 begann im Jahre 1979 mit
folgenden generellen Zielsetzungen:
Die Verträglichkeit zum System IBM 3600 verlangte eine
Beibehaltung der Systemarchitektur bis in Einzelheiten, die auch
auf die Entwicklung neuer Ein- und Ausgabegeräte Einfluss
hatten.
So wurde das Datensichtgerät IBM 4704 mit Anschluss an die
Ringleitung, aber auch an den Device Cluster Adapter (DCA)
entwickelt.
Die Leistung des Prozessors und die Kapazität des Arbeitsspeichers
sowie der Festplatte wurden erhöht. Die größere Leistung des
Prozessors wurde auch dazu benutzt, die Anzahl der anschließbaren
Endgeräte zu erhöhen.
In einzelnen Bereichen wurde bereits auf die Technologie des PCs
zurückgegriffen, der sich zur selben Zeit in der Entwicklung
befand.
Ein Beispiel dafür ist die Verwendung der 5¼ Zoll Diskette und
später der Festplatte für die Steuereinheit 4702. Die daraus
resultierenden Kostenvorteile konnten nicht immer verwirklicht
werden, da z. B. die Betriebsstunden durch den 24-Stunden Betrieb
weit über den geschätzten Betriebszeiten des PCs lagen.
Umfangreiche Testarbeiten und zusätzliche Entwicklungsarbeiten
waren notwendig, um solche Bauteile den Anforderungen des
Bankensystems anzupassen. Dagegen konnte die Technologie der
PC-Tastatur ohne Schwierigkeiten übernommen werden. Ein weiteres
Beispiel für den Einsatz moderner Technologie war die Verwendung
von 4-Bit- und 8-Bit-Mikroprozessoren für die interne Steuerung der
angeschlossenen Ein- und Ausgabegeräte. Das Datensichtgerät IBM
4704 wurde von einem 8-Bit-Prozessor Intel 8080 gesteuert, der
Magnetstreifenleser IBM 4717 von einem 4-Bit-Prozessor Intel
8084.
Die Anschlussmöglichkeit von Datensichtgeräten der Familie IBM
3270 begann schon mit dem System IBM 3600, die Nutzung dieser
Geräte war sowohl im 3600, wie auch im 3270 Modus möglich.
Der dazu notwendige Data Stream Mapping Support (DATSM) war jedoch
auf einer niederen Ebene angesiedelt.
Mit dem Resource Manager IBM 4700 (RM/4700) bekam das System
4700 eine Möglichkeit, Bildschirmmasken auf höherer Ebene zu
entwickeln, diese lokal in der Steuereinheit zu speichern und
dadurch die zu übertragende Datenmenge zwischen dem zentralen und
dem dezentralen System zu reduzieren.
Ebenso wurde die Steuerung der anderen Ein- und Ausgabegeräte,
sowie der externen Speicher (Diskette, Festplatte) verbessert. Im
Endeffekt wurde die IBM 4700 durch RM/4700 ein kleines
DB/DC-System.
Wie schon erwähnt, wurden das System 4700 und der PC etwa zur
gleichen Zeit entwickelt und beide 1981 dem Markt vorgestellt.
Die IBM Entwicklung hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Kenntnis
über die Wünsche der Kreditinstitute, den PC zusammen mit dem
System IBM 4700 zu nutzen.
In einer ersten Phase ging es um die Emulation der
Datensichtgeräte IBM 4704 und IBM 3278, sowie dem Einsatz von
PC Anwendungen, mit der Möglichkeit zwischen beiden Modi mittels
"HotKey" umschalten zu können.
Als Betriebssysteme für den PC kamen PC DOS und MS DOS zum
Einsatz. Für den Kommunikationsanschluss bot sich das Koaxial-Kabel
(Device Cluster Adapter - DCA) an, da die Kapazität des Bildschirms
eine schnellere übertragung, als die der B-Loop verlangte. In
geringerem Maße wurden aber auch B-Loop-Adapter eingesetzt.
Die Entwicklung des PC ging sehr rasch vonstatten und nach PC XT
und PC AT entstand bereits die nächste Generation, das Personal
System/2, kurz PS/2.
Der Wunsch der IBM-Kunden war ein leistungsfähiges Betriebssystem,
dem IBM in Zusammenarbeit mit der Firma Microsoft entsprach. Die
erste Version von OS/2 war ein 16-Bit-Betriebssystem, das viele
Eigenschaften der Betriebssysteme von Großsystemen übernahm, eine
objektorientierte Benutzeroberfläche hatte und über Multi-Tasking
Fähigkeiten verfügte. Die damals zur Verfügung stehende
Prozessorleistung, die Kapazität des Arbeitsspeichers und auch der
zur Verfügung stehende Entwicklungszeitraum erlaubten einen
Eintritt in eine neue Ära des Personal Computing, aber auch nicht
mehr.
Die Firma Intel brachte bereits nach kurzer Zeit einen
32-Bit-Prozessor auf den Markt (80386) und das Betriebssystem OS/2
Version 2.0 stellte die Unterstützung dafür bereit.
Mit Version 2.1 wurden die Funktionen weiter ausgebaut und die
Stabilität des Systems so weit erhöht, dass der Einsatz auch auf
relativ kritische Anwendungen ausgedehnt werden konnte.
Die Weiterentwicklung führte bis zu OS/2 Warp 4. Mit dem PS/2
begann die Venetzung des PCs über den Token Ring.
Die Steuereinheiten IBM 4701 und 4702 wurden mit einem Token Ring
Adapter ausgestattet, um hier bereits eine neue Netzwerk-Topologie
zu ermöglichen.
Die Arbeitsstationen IBM PS/2 wurden mit "mächtigeren Anwendungen
ausgestattet, die mit den 4700-Anwendungen weiterhin koexistieren
mussten.
Der Dokumentendrucker IBM 4722 konnte an die B-Loop wie auch den
Parallelanschluss des PCs angeschlossen werden.
Diesem Drucker folgte dann der IBM 4772 Universal Printer
(Nordamerika und Australien). Heute steht der Drucker IBM 9068 als
Nachfolger zum IBM 4722 und 4772 zur Verfügung, der in Japan
entwickelt wurde und in China gefertigt wird.
Weiterhin wurde der Transaction Printer IBM 4770, der
Magnetstreifenleser und -Codierer 4777 und das PIN Pad IBM 4778 zum
Anschluss an die serielle Schnittstelle oder den Mausanschluss des
PS/2 bereitgestellt.
Die erste Client/Server-Lösung mit PCs entstand bei der
spanischen Bank La Caixa in Zusammenarbeit mit der IBM Spanien. Auf
Basis des Betriebssystems DOS wurde eine Client/Server-Plattform
Financial Branch System Services (FBSS) geschaffen.
Diese stellte Basisfunktionen wie die Host-Kommunikation oder eine
Datenbank zur Verfügung und als Herzstück ein Server Requestor
Programming Interface (SRPI).
Über diese Schnittstelle war es möglich z.B. einen Service, wie
Kommunikation, Druck oder Datei lesen oder schreiben in einem
anderen PC anzustoßen und eine Rückmeldung über die Durchführung
des gewünschten Service zu erhalten.
Die Datenbank war in der Konzeption hierarchisch und dem IBM DL/1
nachempfunden.
Die Einheitentreiber für Drucker, Magnetstreifentechnik und PIN Pad
kamen aus dem Entwicklungslabor Charlotte, North Carolina, U.S.A.
Ein Zusatz zu FBSS war der Financial Branch Services Intergrator
(FBSI), eine Verträglichkeitseinrichtung mit dem System 4700. Durch
FBSS wurde es möglich, neue Anwendungen auf Client/Server Basis zu
entwickeln und über FBSI auch 4700 Anwendungen zu nutzen.
FBSS ermöglichte den Aufbau über mehrere PCs verteilter
Anwendungen, die über das SRPI verbunden wurden.
Dieses Konzept war so attraktiv, dass man den Namen änderte und das
Produkt LAN Distributed Processing (LANDP) nannte. Zu einem
späteren Zeitpunkt wurde dieses ursprünglich in einem Kundenprojekt
entstandene Produkt in das IBM Entwicklungslabor Hursley in
Großbritannien überführt und auch für das Betriebssystem OS/2 frei
gegeben.
Man wollte damit die Migration von DOS auf OS/2 erleichtern und
auch für OS/2 eine Anwendungsplattform bieten. OS/2 bot aber immer
mehr Funktionen als Teil des Betriebssystems oder als zusätzliches
Standardprodukt an.
Beispiele dafür sind der Communication Manager, LAN Server und auch
die DB2 Datenbank.
Dennoch wurde LANDP bis 2004 weiter entwickelt und erst dann aus
dem Vertrieb zurückgezogen.
IBM 4731 Geld- und Service-Einheit
Die ab 1987 angebotene IBM 4731 war ein erstes Multifunktionsgerät mit schneller Geldauszahlung,
Kontostandsabfrage und sogar Kontoauszugsdruck zum Wandeinbau und 24 Stunden Betrieb.
Ein 9 Zoll großer Positivbildschirm (schwarze Zeichen auf hellem Hintergrund) mit Sichtschutzfilter unter Panzerglas konnte maximal
480 Zeichen darstellen.
Die Bildschirm-Anzeige war graphikfähig für Bilder kombiniert mit Text in bis zu 4 Sprachen.
Wie bei früheren Geräten war er rechts und links mit je 4 Auswahltasten ausgestattet.
Die Tasten der Tastatur mit 12 numerischen und vier farbigen Funktionstasten (wie früher) hatten keinen Druckpunkt,
sondern einen einstellbaren Ton bei betätigter Taste. Der Magnetkartenleser entsprach früheren Ausführungen.
|
 |
Wartung von der Rückseite
Für verbesserte Wartung von der Rückseite befand sich im oberen, normal
geschlossenen Geräteteil ein weiterer Bildschirm mit derselben Tastatur wie auf der Frontseite.
Beide dienten dem Institut zur Abstimmung der Noten-Zähler und zur Fehlerdiagnose.
Der Wartungstechniker konnte über beide außerdem detaillierte Diagnoseroutinen aufrufen.
Geldausgabe-Mechanismus und Kassetten waren identisch mit der
IBM 4733. Einlagevorrichtung und Numerierungsdrucker (zum
Indossieren) entsprachen früheren GAA's.
Eine schon von weitem erkennbare Anzeige Betriebsbereit/Außer
Betrieb informierte den Bankkunden über den jeweiligen Status des GAA.
|
 |
Zusatzeinrichtungen:
Als Zusatzeinrichtung war ein Quittungs- bzw. Kontoauszugsdrucker
verfügbar. Die Formulare wurden, bis zu 10 Stück gebündelt, durch
denselben Schlitz wie die Banknoten ausgegeben.
Auch bei diesem Gerät konnte sich das Institut über externe
Kontakte den Betriebzustand vor Ort anzeigen lassen, wie z.B.
Betriebsbereit, Außer Betrieb, Tresortür geöffnet und Eingriff
erforderlich.
"Eingriff erforderlich" leuchtete auf, wenn Papier fehlte, bei
wenig oder kein Geld in den Kassetten, bei diversen Staus oder wenn
das MM Sicherheitsmodul außer Betrieb war (MM= Modulares Modul).
Ein Kameraanschluss erlaubte über eine Optik und angeschlossene
Aufzeichnungsgeräte das Fotografieren der Auszahlung und die
Protokollierung von Datum, Uhrzeit, Transaktionsnummer und
Maschinennummer.
Sicherheit und Verfügbarkeit
Die Baugruppen der Geldausgabe, die gesamte Elektronik, das Diskettenlaufwerk für den Microcode und das Joumal befanden sich
innerhalb des Tresors, der durch ein zusätzliches Alarmgitter im Innern an eine Alarmanlage angeschlossen werden konnte.
Alle Datenübertragungen wurden mittels des "DES" Algorithmus ver- bzw. entschlüsselt. Erstmalig diente ein 1,2MB Diskettenlaufwerk
zur Speicherung des Mikrocodes und der "Image" Daten in der CIB Software.
Auch diese Maschine überprüfte laufend ihren eigenen Betriebszustand und meldete Fehler oder Abweichungen. über
Transaktions Wiederholung hinaus konnte die Konfiguration der verfügbaren Komponenten so verändert werden, dass ein
eingeschränkter Betrieb fortgesetzt wurde, wenn z.B. eine Geldkassette leer oder der Drucker nicht verfügbar war.
Ein Protokoll aller entdeckten Fehler mit Datum und Uhrzeit diente dem Wartungstechniker zur schnellen Fehlerbehebung.
Das auch hier enthaltene MM Sicherheitsmodul ermöglichte die Erkennung von duplizierten EC Karten, indem geheime
Sicherheitsmerkmale der Karte mit den Daten der Magnetspur korreliert wurden.
Geld- und Service Einheiten IBM 4738 / IBM 4739
Modelle B und P
Im Jahr 1990 wurden die IBM 4738/4739 Geld- und Service-Einheiten angekündigt. Sie ersetzten die IBM 4731, die
ungefähr nach einem Jahr wieder vom Markt genommen worden war.
Beides waren Multifunktionsgeräte. Sie boten schnelle Geldauszahlung, Kontostandsabfrage und viele andere Funktionen, die
allerdings in ihrer Gesamtheit von keinem Institut eingesetzt worden sein dürften.
Die Wandinstallation der IBM 4738, sei es im Foyer oder zur Straße hin, ermöglichte Kundenservice rund um die Uhr.
Bei der B-Version waren die Ablaufroutinen der Bedienung im Wesentlichen von der IBM vordefiniert und konnten nur in geringen
Umfang modifiziert werden. Die P-Version war dagegen völlig frei programmierbar.
Bedienerführung, Sicherheit und Verfügbarkeit wurden gegenüber den Vorläufer-Modellen weiter erhöht.
Tastatur (in Edelstahl-Ausführung), Magnetkartenleser und Geldausgabemechanismus waren dieselben wie bei der IBM 4731.
Jede freigegebene Währung wurde auf eine Fehlerrate kleiner als eins zu 10 Millionen getestet, d.h. bei 10 Millionen
Geldauszahlungen durfte höchstens ein Fehler auftreten.
Zusatzeinrichtungen (wahlweise installierbar):
- Sparbuchdrucker
- Joumal/Quittungsdrucker
- Einlagevorrichtung
- MM Sicherheitsmodul
- Externe Kontakte
Der eingebaute Sparbuchdrucker bearbeitete die Sparbücher ähnlich wie ein Institutsangestellter am Schalter.
Die verwendeten Sparbücher trugen auf ihrer Rückseite einen auflaminierten Magnetstreifen, der die relevanten Informationen,
u.a. zur Identifizierung des Kunden enthielt und von einem Magnetstreifenleser innerhalb des Sparbuchdruckers gelesen wurde.
Die Sparbuchroutinen liefen ähnlich den Geldauszahlungsroutinen ab und wurden wie diese über den Benutzerbildschirm initiiert und kontrolliert.
Sie umfassten Auszahlung vom Sparbuch und Drucken von Zinsnachträgen in die erste freie Zeile des Sparbuchs mittels (Oplical Line Finding -OLF).
Dabei wurde mittels des OPS (Optical Page Sensor) kontrolliert, ob sich die nächste Druckzeile auf der richtigen Seite befand,
anderenfalls wurde automatisch vor- oder zurückgeblättert.
Nicht entnommene oder als verrnisst gemeldete Sparbücher wurden eingezogen und in ein Ablagefach abgelegt. Als weitere
Zusatzeinrichtung war ein Journal/Quittungsdrucker ähnlich wie bei der IBM 4736 verfügbar.
Auch eine Einlagevorrichtung, ein Nummerierungsdrucker, die externen Kontakte, das MM Sicherheitsmodul und der Kameraanschluss
entsprachen in ihren Funktionen und Ausführungen der früheren IBM 4731.
Wartung
Die Wartung der Schalterversion erfolgt von vorne, während die Außenwand-Version
von hinten innerhalb des Institutsgebäudes gewartet werden konnte.
Zur Wartung und Einstellung der GAAs konnten über den Bildschirm fünf verschiedene Wartungs- und Bedienerroutinen aufgerufen
werden:
- Bedienereinstellungen
- Wartungsroutinen
- Anzeigefunktionen
- Sprachenauswahl
- Anzeige des Maschinen Status
Jede dieser Routinen umfasste eine Vielzahl von Anzeige- und Einstellmöglichkeiten für den Wartungstechniker.
|
 |
IBM 4736
1987 wurde für USA ein kleineres Selbstbedienungsgerät IBM 4736 für Schalterumgebungen,
Flughafen-Terminals und Supermärkte in 3 Versionen mit verschiedenen verstärkten Gehäusen herausgebracht.
Die Bedienerkonsole war ergonomisch gestaltet und gegen Einsicht geschützt. Wartung und Beschickung des GAA erfolgten von der
Rückseite außerhalb des Kundenbereichs.
Der 9 Zoll (22,9 cm) Bildschirm bot eine monochrome Anzeige in verschiedenen Sprachen, ausgewählt durch die Kundenkarte oder per Eintastung.
Um den Bildschirm waren acht Funktionstasten angeordnet. Alternativ gab es, um kompatibel mit dem Vorgängennodell zu bleiben, auch eine
kombinierte Tastatur mit bis zu 16 Funktionstasten.
Ein Quittungsdrucker konnte die Geldausgabe zusätzlich gedruckt auf
einem 4,5 Zoll breiten Papierstreifen ergänzen, der mit 48 Zeichen/Zeile passend abgeschnitten wurde.
Eine umfangreiche Software im Zentralrechner unterstützte dieses Gerät:
- "Customer Image Builder" (CIB) gestattete dem Geldinstitut, die einzelnen Routinen zu gestalten
(Notenbestückung, Anzeige, Quittungsform, Tastatur-Eingaben, Zahl der PIN Wiederholungen, Sprachauswahl);
- "Personal Banking Machine Network Monitor" (PBNINM) diente der überwachung aller angeschlossenen Geldeinheiten;
- "Availability Management - Batch Reporting" (AM-BR) für Betriebsstatistik, Status- und Rückmeldungen und Fehlerdiagnosen.
Für kleinere Netzwerke stellte ein "PBM Remote Network Monitor" in der IBM 4701/2 Steuereinheit ähnliche Funktionen bereit.
Der Anschluss des GAA an die Steuereinheit erfolgte über "SNA Primary" oder direkt an einen Zentralrechner mit einem SNA/SDLC
oder BSC Protokoll.
Automatischer Kassentresor (AKT) IBM 4733
Ein bemerkenswertes neues Produkt für den Kassenschalter war ein Kassentresor für einen oder zwei Kassierer.
Er leistete maschinelle Zählung und Ausgabe von bis zu 6 verschiedenen Banknoten.
Um eines freundlichen Kundenbereichs willen ging man weg von panzerverglasten Kassenboxen und ermöglichte. auch sitzende Bedienung.
Das Gerät war auch bei Kommunal- oder Krankenkassen einsetzbar. Der AKT konnte über die B-Loop an die Steuereinheit 4700 oder über eine
serielle Schnittstelle an einen PC angeschlossen werden.
Das 3 mm starke Sicherheitsgehäuse entsprach den Spezifikationen der gewerblichen Berufsgenossenschaften, das Gerät konnte jedoch
auch in einem genormten Tresor geliefert werden.
Mit einem Sicherheits- und einem Zeitschloss versehen konnte es erst nach der vorfixierten Einstellzeit geöffnet werden.
Diesen Kassentresor gab es in 2 Modellen mit je drei Notenarten für kleinere oder größere Beträge.
Einbezahltes Geld wurde über 2 Einlageschlitze in Einlage-Kassetten im Tresor deponiert.
Falls bei der Auszahlung die gewünschte Stückelung wegen fehlender, leerer oder defekter Kassetten nicht möglich war, wurde auf dem
Bildschirm ein Alternativstückelungsvorschlag gemacht.
Bei Akzeptanz wurden die Scheine getrennt aus den elektronisch gesicherten Kassetten abgezogen, in ein Vorzählfach transportiert
und nach Prüfung des Zählvorganges mit 11 Banknoten/sec. ausgegeben.
Wurde im Vorzählfach ein Fehler festgestellt, erfolgte die Ablage der Geldnoten in die Rückweisungskassette und der
Auszahlungsvorgang wurde mikroprogramm-gesteuert wiederholt. Dies konnte je nach Problem bis zu viermal geschehen.
Falls dann immer noch keine einwandfreie Geldausgabe garantiert werden konnte, wurde eine entsprechende Fehlernachricht an das
Anwendungsprogramm geschickt. Maximal konnten pro Vorgang 100 Geldnoten ausgegeben werden.
Neben dem Zeitschloss hatte das Gerät einen Adapter für einen "stillen Alarm" zum Anschluss an eine vorhandene Alarmanlage oder
eine Alarmauslösung über die Bedienertastatur, sowie eine Alarmauslösung bei nicht angemeldetem Tresoröffnungsvorgang.
Das externe Alarmsystem bekam jeweils ein Signal bei dem Status "Zeitschloss läuft" und "AKT Tür geschlossen". Mit Hilfe eines
weiteren Tresorschlüssels bestand die Möglichkeit der kurzfristigen Deaktivierung des AKTs ohne zeitraubende Ab- und Anmeldeprozeduren.
Kassetten für IBM 4700 Geldausgabegeräte.
|
Es gab 3 verschiedene Kassetten für Ausgabe, Rückweisung uun Einlagerung von Geld. |
Laderahmen für Geldkassetten.
Die Kassetten wurden mit speziellen Ladegeräten geladen und danach für den Transport entweder mechanisch mit Plomben oder elektronisch verriegelt.
Das elektronische Ladegerät war eine separate Einheit mit Netzanschluss und Sicherheitsschloss, das off-line betrieben wurde.
Geld- und Rückweisungskassette trugen innerhalb des Gehäuses eine Kennung, bestehend aus der Seriennummer der Geldkassette und
ihrer Geldnotenart (Stückelung), die bei Verwendung geprüft und registriert wurde. Dadurch war jede Geldkassette mit ihrem Inhalt
im System verfolgbar.
Die selben Kassettentypen wurden auch in alle 4700 Geldausgabegeräten verwendet.
|
|
IBM 4741
| Der Automatische Kassentressor IBM 4741 wurde in Japan entwickelt. Vor Verfügbarkeit des IBM 4733 AKT
wurde dieses Gerät kurzzeitig in Deutschland angeboten. |
|
Kontoauszugsdrucker IBM 4721
Der Kontoauszugsdrucker IBM 4721, ein Selbstbedienungsdrucker der zweiten Generation, war zur Installation in Schalterhallen und Foyers vorgesehen.
Er diente zum Ausdruck von Konto- und Depotauszügen und deren Anhängen, von Beratungs-Infortnationen, vom Gesamtobligo oder anderen Dokumenten.
Die vom Kunden angeforderten Dokumente bzw. Informationen wurden zunächst gedruckt und dann gesammelt ausgegeben.
Vergaß der Kunde die Entnahme, so wurden sie nach einer definierbaren Zeit automatisch eingezogen.
Ein spezieller Alarm konnte den Kunden oder das Institutspersonal auf einen Fehler hinweisen.
Bedienerfeld:
Das Bedienerfeld bestand aus einer zweizeiligen Vakuumfluoreszenz-Anzeige, auf der pro Zeile jeweils 20 Zeichen in
grüner Schrift für die Bedienerführung oder kurze Kundeninformationen angezeigt werden konnten. Ein Sichtschutzfilter
sorgte für Diskretion.
Zwei unterschiedliche Magnetstreifenleser waren wahlweise zur Kundenidentifikation verfügbar:
Ein handgeführter Steckkartenleser, der nur die Spur 2 las, und ein automatischer Leser, der wie bei den Geldautomaten arbeitete.
Geheimzahleingabe mit Prüfung erfolgte über die zur Diskretion eingelassene Zehnertastatur, die für "Abbruch" und "Bestätigung"
zwei zusätzliche Tasten aufwies.
Daneben befanden sich 4 frei programmierbare Funktionstasten, die z.B. zur Sprachauswahl oder zur Anforderung der aktuellen
Zinsangebote dienen konnten. Diese Tastatur konnte selektiv abgedeckt werden.
Drucker:
In der modularen Druckerbaugruppe war der Nadeldruck-Mechanismus ergänzt durch eine Papierschneide- und Bündelungs-Vorrichtung für die Ausgabe.
Gedruckt wurde mit 200 Zeichen/Sekunde in beiden Richtungen auf einlagiges Papier,das in Zickzackfaltung eingelagert war. Gedruckt wurde sowohl auf Blankopapier als auch in Formularvordrucke.
Der Drucker hatte einen Vorrat ca. 2000 Dokumenten).
In Schönschrift (Near Letter Quality) ging die Druckgeschwindigkeit auf 70 Zeichen/sec. zurück.
Mit der Software CI (Customization Image") konnten Dokumente mit unterschiedlicher Länge zwischen 76,2 und 106 mm definiert werden;
die Breite zwischen 150 und 216 mm wurde beim Einlegen am Drucker eingestellt.
Die Zeichendichte betrug 10, 12 oder 15 Zeichen/Zoll, konnte aber auch mit doppelter Breite definiert werden.
Der Zeilenabstand konnte 6 oder 8 Zeilen/Zoll betragen.
Der Drucker unterstützte die wichtigsten Weltsprachen mit 192 lateinischen Schriftzeichen und erlaubte, 16 Sonderzeichen oder Firmenlogos zu definieren.
Formulareinzug und Positionierung erfolgten motorgetrieben automatisch, und Sensoren für Papierende oder Papierstau ergänzten die Papierführung.
Nach dem Druck wurden die Dokumente geschnitten, zwischengespeichert und als Bündel von maximal 10 Dokumenten ausgegeben.
Bei vergessener Entnahme wurden sie nach einer vorbestimmten Zeit programmgesteuert in ein gesondertes Fach abgelegt.
System-Anschluss:
Über eine lokale oder entfernte Ringleitung (LOOP) war der Drucker an die Kontroller der Subsysteme IBM 4700 mit übertragungsgeschwindigkeiten von 1200, 2400 oder 4800 Baud oder
mit einem andern Adapter an ein Token Ring Local Area Netzwerk (LAN) mit 4 oder 16 Mbit/sec. anschließbar.
Neue Sicherheitsvorkehrungen:
Alle übertragenen Daten wurden auf Vollständigkeit geprüft.
Neben den Sicherheits- und Prüfeinrichtungen, die durch die zentralen Rechner ausgeübt wurden, wurde das bereits beschriebene CIB Programm
mittels kryptographischer Schlüssel gesichert und alle sensitiven Daten mit DES (Data Encryption Standard) übertragen.
Alle Schlüssel waren softwaremäßig gesichert und wurden vor Reparaturarbeiten an der Elektronik automatisch gelöscht.
Softwaremäßig wurde auch dieser Drucker von den beim Geldautomaten IBM 4736 beschriebenen Programmen CIB, PBM-NM, AM-BR
und PBM-RNM unterstützt. Ein Programm "Netview" behandelte die Fehlermeldungen und übersandten Kenndaten des Druckers.
Multifunktions-/ Terminal-Drucker IBM 4725
1998 wurden schließlich zwei verschiedene Geräte mit gemeinsamer Typen-Nummer IBM 4725 FS1 und FS2
angekündigt.
FS2 war ein Multifunktionsterrninal (MFT) und FS1 ein Standgerät für Installationen in der rauen Umgebung von Schalterhallen analog
zum GAA IBM 4736.
Mit diesem SB Drucker konnten im 24 Stunden Betrieb Konto- und Depotauszüge mit Anhängen, Beratungsinformation usw., wie bei IBM
4721 beschrieben, ausgedruckt werden.
FS1 und FS2 waren die letzten Geräte, die IBM für den Selbstbedienungsbereich im Bankensektor entwickelte. Als IBM den
Bereich im Jahr 1999 aufgab, wurden beide Produkte an die Firma NCR verkauft, die sie unter eigenem Logo vertrieb.
Multifunktions-Terminal IBM 4725-FS2
Dieses 1998 erschienene Multifunktionsterminal deckte einen weiten Bereich der Selbstbedienungsanforderungen bei Banken sowie bei
anderen öffentlichen Instituten oder Behörden ab, vom einfachen Drucken bis zu komplexen Anwendungen als Multifunktionsgerät.
Durch Microcode Auswahl konnte es entweder im festgelegten Modus wie bei IBM 4721 oder frei programmierbar ( in Native Mode)
betrieben werden.
Zwei unterschiedliche Druckwerke, ein 24 Punkt Nadeldrucker und ein Thermodrucker konnten gleichzeitig für Kontoauszug und für
komplexe Dokumente verwendet werden (Dual Fonds Feed, DFF).
Das interaktive Bedienerfeld der beiden IBM 4725 Modelle mit grün beleuchteter Bereitanzeige, das ein weites Feld von
Selbstbedienungsfunktionen erlaubte, wurde in 2 verschiedenen Größen von Flachbildschirtnausführungen ausgeliefert:
Eine kleine einfache Anzeigeeinheit in LCD) Technik, auf der in 8 Zeilen jeweils 40 Zeichen im so genannten APA Mode einfarbig
dargestellt wurden. (APA Mode (= All Points Addressable) bedeutet, dass jeder einzelne Punkt im Anzeigefeld, das eine Größe von 240 x
64 Punkten hatte, angesteuert werden kann.)
Dies erlaubte z.B. auch die Darstellung einfacher Graphiken.
Die LCD) Technik schränkte außerdem den Sichtwinkel ein. Diese Anzeigeeinheit wurde hauptsächlich in reinen
Kontoauszugsdruckanwendungen, sowie zur Bedienerführung oder kurzen Kundeninformationen benutzt.
Für komplexere Anwendungen gab es einen TFT Farbbildschirm, der bei Bedarf zusätzlich mit einer berührungsempfindlichen Oberfläche
Touch Screen) und/oder einem zusätzlichen Sichtschutzfilter ausgerüstet werden konnte.
Der TFT Farbbildschirrn hatte eine Diagonale von 264 mm (10,4 Zoll) und erlaubte eine VGA Auflösung von 640 x 480 Punkten mit
maximal 64 000 Farben.
Zur besseren Lesbarkeit bei variablen Umgebungsbedingungen sind TFT Farbbildschinne hintergrundbeleuchtet und entspiegelt.
Die Tastatur besaß einen numerischen Block mit den Ziffern 0 - 9, zwei zusätzliche Tasten und 4 Funktionstasten, die zur besseren
Bedienung sowohl mit einem fühlbaren Druckpunkt, als auch mit einer akustischen Rückmeldung versehen waren.
Die einfachste Version bestand aus einer Folientastatur. Falls bei dieser Tastatur sensitive Daten verschlüsselt werden sollten,
wurden diese mit dem CFE (Cryptographic Function Executor) Programm, verschlüsselt.
Das Layout der Tastatur konnte logisch durch das Anwendungsprogramm und physikalisch durch Austausch der Folie nach Institutswünschen
definiert werden.
Eine verschlüsselnde Geheimzahltastatur (EPP = Encrypting Pin Pad) bestand zum Schutz gegen Vandalismus aus Edelstahl (in einem
vergossenen Block.)
Die eingegebene Geheimzahl und weitere sicherheitsrelevante Daten wurden sofort verschlüsselt.
Dabei gab es zwei Arten von DES Verschlüsselungen, eine eingeschränkte für den Kaufmännischen und eine volle für den
Bankenbereich.
Für den kaufmännischen Bereich stand ein zusätzliches Anwendungsprogramm zur Verfügung, um bestimmte PIN
Verwaltungsfunktionen (PIN Management) und Daten Verifizierungsfunktionen (MAC= Message Authentication Code) zu realisieren.
Die DES (Data Encryption Standard) Verschlüsselung für den Bankenbereich ermöglichte zusätzlich die Verschlüsselung und
Entschlüsselung durch das kryptographische Anwendungsprogramm.
Zur Kunden-Identifikation dienten wahlweise ein handgeführter und ein automatischer Magnetkartenleser und zusätzlich eine
Chipkartenlesestation, welche die Daten des Chips gemäß ISO International Standard 7816 Teil 1, 2 und 3 las und schrieb.
Dabei passte sich der Leser automatisch dem Protokoll der eingeführten Chipkarte an.
Des Weiteren konnte der automatische Leser mit einer CIM86 Box bestückt werden, die von den Banken für den deutschen Markt
gestellt wurde. Diese Box erkannte ein modulares, nicht sichtbares Merkmal (MM) auf der Vorderseite der deutschen EC Karten.
Damit wurde verhindert, dass kopierte oder gefälschte EC Karten verwendet werden konnten. Unterstützt wurde diese Anwendung durch
einen speziellen Microcode und einen individuellen Modul Schlüssel, der den Instituten vom CIM86 Boxhersteller mitgeteilt wurde und der
in dem Bereich der kryptographischen Schlüssel der IBM 4725 gespeichert war.
Druckereinheiten
Die IBM 4725 Modelle wurden mit zwei unterschiedlichen Druckwerken bestückt, einem Nadeldrucker und einem Thermodrucker.
Der Nadeldrucker arbeitete mit einem 24 Nadeldruckkopf, während der Thermodrucker mit einer Punktdichte von 300 Punkten pro Zoll (300 dpi) druckte.
Jedes Druckwerk konnte mit einer doppelten Papierzuführung (DFF = Dual Forms Feed) ausgestattet werden, die jeweils einen getrennten
Papiervorratsbehälter hatte.
Beiden Druckereinheiten gemeinsam waren die 5 verschiedenen Papiertransportstationen:
- Die eigentliche Druckstation,
- die Formularabschneidestation,
- die Formularsammelstation,
- die Einzugsstation und die
- Ausgabeeinheit (für maximal 10 gebündelte Dokumente).
Beide Druckwerke verfügten über Sensoren für "kein Papier", "wenig Papier" und "Papierstau" und konnten nicht entnommene
Dokumente einziehen.
Mittels Druckdefinition im CI ( Customization Image") konnten Dokumente mit unterschiedlicher Länge zwischen 76,2 und 297 mm definiert werden.
Die Breite von 150 bis 216 mm wurde beim Einlegen am Drucker eingestellt.
Die Zeichendichte betrug 10, 12, 15, 17 oder 20 Zeichen/Zoll und der Zeilenabstand 5, 6 oder 8 Zeilen/Zoll.
In Schönschrift (Near Letter Quality) sank die Druckgeschwindigkeit auf 70 Zeichen/sec.
Der Drucker unterstützte die wichtigsten Weltsprachen mit 192 lateinischen Schriftzeichen und erlaubte die Generierung von 16
Sonderzeichen oder Firmenlogos.
Das Thermodruckwerk druckte in den Schriftarten "Roman","Sans Serif' und einem ladbaren Font in den Codetabellen 437, 850 und 860.
Der Drucker hielt in seinem abschließbaren Gehäuse einen Papiervorrat von bis zu 14200 Dokumenten.
Herzstück der IBM 4725 war ein 200 MHz Prozessor (200 MMX) mit einem Hauptspeicher von 16 bis 80 MB.
Zusätzlich war ein CD-ROM Laufwerk verfügbar, das zu einfacher Programminstallation oder zum Vorhalten von verwendeten Bildern
oder Bildmasken verwendet wurde.
Anschlussmöglichkeiten bestanden wie zuvor über eine lokale oder entfemte Ringleitung (LOOP) an die Kontroller der IBM 4700
Subsysteme, an ein Local Area Netzwerk (LAN) oder über ein X.25 Netzwerk.
Die Wartung erfolgte von oben und vorne.
Der Kundendiensttechniker schloss dazu einen IBM Laptop mit einem speziellen Diagnose Programm an, mit dem er die diversen
Komponenten des Gerätes und die Interaktionen der einzelnen Routinen testen konnte.
Der Drucker enthielt wie die früheren Geräte die Sicherheits- und Prüfeinrichtungen der IBM 4700 Steuereinheit oder die
entsprechenden Funktionen auf einem Zentralrechner.
Die IBM 4725 wurde durch folgende Programm Produkte unterstützt:
- OS/2 Warp 3 als Betriebssystem
- LANDP/2 ein spezielles Anwendungsprogramm Interface
- CM/2 dem Communication Manager für X.25 Unterstüt?ung
- LAN Adapter and Protocol Support (LAPS)
- bei Anschluss an ein LAN Netzwerk
Informations- und Service-Einheit IBM 4737
Im März 1988 wurde eine neuartige Datenstation, die IBM 4737 angekündigt.
Als herausragende Neuerung hatte sie einen berührungsempfindlichen 14 Zoll Bildschirm, auch Touch Screen genannt.
Informationen und Auswahlmenüs wurden dem Kunden in Farbe und Grafik angezeigt und durch Antippen mit dem Finger wurde die
entsprechende Anforderung gestartet.
Hauptkomponenten waren ein gegen Vandalismus geschütztes Gehäuse mit Bereitschafts-Anzeige, eine alphanumerische Tastatur und eine
Geheimzahl-Tastatur.
Dazu kamen die bereits bekannten Magnetstreifenleser, Dokumentendrucker und Externe Kontakte.
Die Kommunikation zwischen Kunde und Gerät erfolgte beim Touch Screen nicht mehr vorwiegend über Tastaturen mit Ja/Nein Auswahl,
sondern über farbige Felder, Graphiken oder Bilder, die auf dem Bildschirm angetippt werden konnten.
Nach dem Berühren eines farbigen Bildes oder Textes erschien sogleich die nächste Information; im Fehlerfall konnte man jedoch
zur vorherigen Anzeige zurück.
Außerdem wurden nur Auswahlmöglichkeiten angezeigt, die für den nächsten Anwendungsschritt relevant waren.
Als optische Bestätigung einer Eingabe wechselte das berührte Feld auf dem Bildschirm seine Farbe und/oder ein akustisches Signal
ertönte.
Technik des berührungsemprindlichen Bildschirms (Touch Screen)
Innerhalb des Gerätes war in geringem Abstand vor dem Bildschirm ein Rahmen mit einer gleichgewölbten Glasplatte auf 4
druckempfindlichen Sensoren (Piezo- Pillen) gelagert.
An jeder Ecke des Rahmens befand sich ein Drucksensor. Drückte man mit dem Finger auf die Glasplatte, so empfingen die Drucksensoren
der vier Ecken verschieden starke Drucksignale. Aus den Druckdifferenzen bzw. den verschiedenen Ankunftszeiten der Signale
wurden die Koordinaten der Fingerberührung errechnet und damit die ausgewählte Funktionsanzeige bestimmt.
Maskenentwicklung durch den Anwender:
Auf diesem sichtgeschützten Farbbildschirm konnte man sowohl Texte als auch Bilder und Grafiken, so wie Kombinationen daraus mit dem
IBM Programm "Storyboard Plus" darstellen.
Dateneingabefelder konnten frei gestaltet und angeordnet werden, um so eine einfache Bedienung zu gewährleisten.
Drucker, Magnetkartenleser, alphanumerische Tastatur und GeheimzahlTastatur und die Zusatzeinrichtung externe Kontakte waren
gegenüber den anderen Selbstbedienungs-Terminals kaum verändert, lediglich die Alphatastatur hatte einen Schutz (Drainage) gegen
verschüttete Flüssigkeiten.
Chipkarte:
Mit der IBM 4737 war es erstmalig auch möglich, Chipkarten zu lesen und zu beschreiben. Zu diesem Zweck wurde an den Magnetkartenleser
am Ende der Kartenbahn eine Chiplesestation angeflanscht.
IBM Personal System/2 und Zusatzprozessor (ROOT Card)
Je nach Anforderung waren in dieser Einheit IBM Personal System/2 Modelle unterschiedlicher Leistungen und Speicherkapazität
enthalten.
Deren Festplatte wurde zur Speicherung von Systemprogrammen, Anwendungsprogrammen und Dateien bzw. Graphiken/Bilder der
Institute verwendet.
Ein Zusatzprozessor Intel 80186 diente zur Steuerung der Ein- und Ausgabefunktionen und zur Datenverschlüsselung.
Die einzelnen Baugruppen wurden vom ROOT Prozessor über einen als Vierdrahtleitung ausgebildeten Bus (SDC) angesteuert und konnten
beliebig hintereinander verkabelt werden.
Anwendungen:
Standardanwendungen waren:
- Kontostandsabfragen mit oder ohne Ausdruck
- überweisungen auf eigene oder fremde Konten
- Daueraufträge, Anlage, Änderungen oder Löschungen
- Kreditberechnungen und Anfragen
- Geldanlagen mit Ertragsberechnungen
Erweiterte Anwendungen:
- Börseninformationen, Charts, Verkaufs- und Kauf-Aufträge:
Die Firma InSoft hatte z.B. dazu ein spezielles Programm entwickelt, das folgende Informationen bot:
Graphiken zur Kursentwicklung von Aktien, Devisen, Edelmetallen oder des Börsenindexes.
In die Graphik konnten zwei gleitende Durchschnitte, sowie die Entwicklung des Aktienindexes oder des US Dollars eingeblendet werden.
Neben dem Bild waren dann der aktuelle Kurs, Höchst- oder Tiefstkurse oder Dividenden abzulesen. Zusätzlich wurden
branchenbezogene Wirtschaftsnachrichten angezeigt.
- Immobilien Service:
Mit hochaufgelösten Bildern von Lage, Grundriss und Ausstattung des Objekts ließ sich das gesamte Immobilienangebot übersichtlich
und kundenfreundlich und detailgetreu darstellen.
Gruppierungen nach Eigentumswohnungen, Einfamilien- oder Mehrfamilienhäusern und Abfragekriterien nach Kaufpreis oder Lage
erleichterten die Auswahl.
- Anwendungen außerhalb von Banken:
Auch in anderen Bereichen, wie im Einzelhandel oder Dienstleistungsbereich fand das Gerät Anwendung.
Und wie bei Banken musste sich der Kunde mittels seiner Scheckkarte und seiner persönlichen Geheimzahl identifizieren, bevor er
irgendeine Transaktion beginnen konnte, die sein Konto betraf.
Software:
Da im Innern der IBM 4737 neben dem Prozessor, der die einzelnen Baugruppen steuerte, ein ganz normaler PC arbeitete, erfolgte die
Programmierung unter DOS, OS/2, IBM COBOL, MACRO ASSEMBLER, Basic Compiler, der Programmiersprache C oder unter dem Betriebssystem
Windows.
Außerdem bot das Financial Application Development Kit (FADT) zusätzliche Vereinfachungen für die
Programmentwicklung.
Es bestand aus drei Teilen:
- Editor, zuständig für das Zusammenstellen und Definieren der Bildschirmabläufe, sowie der
verwendeten Bildmasken und ihrer berührungsempfindlichen Felder
- Presentation Services, welche die Ausführung von Programmbefehlen, die Kontrolle des
berührungsempfindlichen Bildschirms, sowie die Bild und Textdarstellungen umfassten,
- modifizierbare Routinen, zum Aufruf der verwendeten Funktionseinheiten wie
Magnetkartenleser, Drucker, Tastaturen und anderer Komponenten.
Ein Programm Financial Brauch System Services (FBSS) diente zur Unterstützung der Datenübertragung und Pflege der Datenbanken,
sowie zur überwachung der verschiedenen 4737 Komponenten.
Da ein PC ab und zu auch abstürzen kann (hang condition), wurde ein so genannter "WATCH DOG" installiert, eine Funktion, die
überprüft, ob die Programme noch laufen.
Falls nicht, wurde ein automatischer Wiederanlauf gestartet.
Der Anschluss an einen Zentralrechner erfolgte über SNA/SDLC oder X.25.
Bei Anschluss an die Steuereinheit des IBM 4700 Systems bestand die Verbindung über lokale DCA oder entfernte ALA-Anschlüsse
(Alternative Line Adapter).
Über den Token Ring Anschluss konnte die IBM 4737 auch in ein Lokal Area Network eingebunden werden. Dabei wurden PC Network II
oder PC Basebandprotokolle verwendet.
Erhöhte Sicherheit:
Zur Abwehr von Vandalismus-Attacken mussten weitere Vorkehrungen getroffen werden:
- Das gesamte Bedienerfeld und die Verkleidung waren jetzt aus besonders widerstandsfähigen Materialien hergestellt.
- Darüber hinaus wurden die Bedienelemente weitgehend gegen verschüttete Flüssigkeiten, Staub oder Schmutz gesichert.
- Das Gerät konnte auf dem Boden verankert werden, und seine Türen waren mit Schlössern und elektronischen Fühlern versehen, um
unberechtigten Zugang zu verhindern.
W.F.