Überblick

Die IBM_Campus_Ehningen History@IBM Ausstellung befindet sich dank der freundlichen Unterstützung der IBM Deutschland R&D GmbH im neuen IBM Campus in Ehningen. Sie wird von einem Team von IBM Rentnern sowie aktiven IBMern betrieben, die sich ehrenamtlich um den Erhalt und Betrieb der historischen IBM Maschinen kümmern. Es zeigt auf rund 400 Quadratmetern eine große Sammlung bedeutender IBM Produkte aus mehr als 100 Jahren DV-Geschichte. Schwerpunkt der Sammlung sind Maschinen, die vorwiegend in Deutschland eingesetzt, entwickelt oder produziert wurden.

Entstanden ist die Ausstellung aus dem öffentlich zugänglichen Museum Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung (HzG) in Sindelfingen. Dieses wiederum hatte auch eine Vorgeschichte, die in der folgenden Tabelle dokumentiert ist:

Jahr Ereignis
 
vor 1988 Die Ur-Sammlung wurde aus verschiedenen Lokation wie der Niederlassung Reutlingen, Haus Bauer in Calw, Haus Nehr in Sindelfingen sowie der HV Ehningen von Dr. Kistermann vom IBM Unternehmens-Archiv im Haus Ruckaberle auf der Hulb in Böblingen zusammengetragen.
 
1988 Gründung der IBM Klub Sparte "Geschichte" mit Übergabe der Ur-Sammlung an die Sparte Geschichte für Pflege und Wartung im Haus Schmidt in Böblingen
 
1994 Umzug der Sammlung in die alte Lochkarten-Druckerei in Sindelfingen am 1. Dezember
 
1997 Öffnung der Ausstellung für Kunden, Fachleute und interessierte Laien,
unterstützt vom Fremdenverkehrsverein Sindelfingen
 
2013 Nach dem Beschluss der IBM Deutschland, dass Gebäude der alten Lochkarten-Druckerei zu verkaufen, wurden die Exponate sowie die notwendigen Ersatzteile und die dazugehörige Dokumentation in das Entwicklungslabor umgezogen.
Da es nun Teil des Labors war, war es nicht mehr öffentlich zugänglich, sondern nur für Besucher und Kunden der IBM Entwicklung und Forschung geöffnet.
 
2026 Mit der Zusammenlegung des IBM Deutschland HV und der IBM Entwicklung & Forschung GmbH auf dem gemeinsamen Campus in Ehningen hat auch die Ausstellung History@IBM dort neue Räumlichkeiten bezogen.

Von allen wichtigen Generationen von IBM Maschinen und Systemen ist jeweils ein repräsentatives Exponat vorhanden. Das Besondere: fast alle der ausgestellten Maschinen, Systeme und Geräte sind noch voll funktionsfähig und können den Besuchern „in Aktion“ präsentiert werden. Auf diese Weise wird dem Publikum anschaulich vermittelt, welche Pionierrolle die IBM bei der Entwicklung der Datenverarbeitung gespielt hat.
Betrieben wird die Ausstellung ehrenamtlich von IBM Pensionären. Sie restaurieren die Exponate und halten diese einsatzbereit.

Den Bild: Lochkarte Beginn der Datenverarbeitung markiert ein von Herman Hollerith entwickeltes elektrisches Lochkarten Zähl- und Sortiersystem. 96 dieser Exemplare kamen bei der US-Volkszählung von 1890 zur Auszählung von etwa 62 Millionen Lochkarten zum Einsatz. Die für die Erstellung der Lochkarten verwendeten rund 500 Pantograph-Locher veranschaulichen sehr deutlich, wie aufwendig die Erfassung der großen Datenmengen aus den Fragebögen gewesen ist.

Die lange Periode der numerischen und alphabetischen elektromechanischen Datenverarbeitung mit Lochkarten, die von 1900 bis in die 1960er Jahre reichte, wird an vielen IBM Maschinen ausführlich demonstriert. Dabei wird auch das Lochkartenverfahren vorgestellt und erklärt. Exponate aus dieser Zeit sind beispielsweise die Tabelliermaschinen DEHOMAG D11 und IBM 421.

Die Bild: Magnettrommelrechner nächste Entwicklungsstufe sehen Besucher an dem Magnettrommelrechner IBM 650. Dieser frühe Röhrenrechner zeigt die Anfänge der speicherprogrammierten elektronischen Datenverarbeitung der fünfziger Jahre. Dazu ist auch das als „Vater aller Magnetplattenspeicher“ bekannte System IBM 355 zu sehen. Bei vier anschließbaren Geräten brachte es die IBM 650 damit bereits 1957 auf eine externe Speicherkapazität von bis zu 24 Millionen Zeichen mit Direkt-Zugriff.

Weitere Meilensteine sind das erste voll transistorisierte EDV-System IBM 1401 von 1959 und das technisch-wissenschaftliches System 1130 von 1965.

Der Beginn des Mainframe Zeitalters im Jahre 1964 wird durch das IBM System /360 Modell 20 aus der Systemfamilie IBM /360 gezeigt. Dieses bot erstmals mit einer gemeinsamer Architektur eine große Leistungsbandbreite. Die nächste Generation markierte zu Beginn der siebziger Jahre die Systemfamilie IBM/370. Die weitere rasante Entwicklung wird an einem System IBM 4361 und einem Großrechner vom Typ 9221 gezeigt. Hinzu kommt das Glasmodell eines Servers der IBM /390 zSeries von 1999.

Außerdem werden die Systeme für kleinere und mittlere Unternehmen, wie IBM /36 und IBM /38 gezeigt. Daneben sind auch ein Warenhaussystem IBM 3650 und IBM Bankenterminals als wichtige Ein- und Ausgabegeräte der Datenverarbeitung zu sehen.

Die Ausstellung der History@IBM umfasst neben den Rechen- und Speichersystemen auch eine beinahe komplette Sammlung von Schreibmaschinen und Diktiergeräten der IBM Textverarbeitung sowie Waagen, Stempel- und Stechuhren und eine Sammlung von IBM PCs.