IBM 3601 Kontrolleinheit
Erscheinungsjahr: 1969 |
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Das System IBM 3600 wurde von einer programmierbaren Steuereinheit IBM 3601 kontrolliert,
die einen Arbeitsspeicher von 40 KBytes besaß für die benötigten Anwendungsprogramme und die Steuerung der einzelnen Komponenten.
Später folgte noch die IBM 3602, eine Platteneinheit mit einer Festplatte von 5,2 bzw 9,3 GB
Die IBM 3601 verfügte über eine große Palette von Anschlußmöglichkeiten mit eigener Software,
die den Dialog mit dem Zentralen System übernahm und ihn auf dessen Hardware und Software abstimmte.
Zum universellen Einsatz der angeschlossenen Gräte besaß die Steuereinheit folgende Funktionen:
- Selbständige intelligente Steuerung
Die IBM 3601 arbeitete völlig selbständig, sie verfügte über arithmetische und logische Einheiten,
Register, Haupt- und Plattenspeicher, ebenso wie die erforderliche Software.
Der ladbare Mikrocode umfasste einen Supervisor in den Systemsteuerungsroutinen, so wie ein Task- und Device-Management.
Über ein virtuelles Interface wurden die Befehle der Anwendungsprogramme interpretiert und ausgeführt,
die in einer speziell für die Anwendungen der Kreditinstitute entwickelten Makrosprache (dem APB) geschrieben wurden.
Der Anwendungsprogrammierer mußte sich nur auf seine Anwendung konzentrieren,
während sich die Systemsteuerfunktion beim Aufruf der Anwendungsfunktionen für die verschiedenen Datenstationen
selbständig darum kümmerte, das die benötigten Module geladen wurden.
Die Anwendungsprogramme waren "reentrant" gestaltet, um den einzelnen Geräten
ein gleichmäßiges Antwortzeitverhalten zu ermöglichen und auch um wertvollen Arbeitsspeicher zu sparen.
- Für die damalige Zeit die modernste Technologie
Eingesetzt wurde die MOSFET Technologie, die extrem schnelle Schaltzeiten und eine sehr kompakte Bauweise ermöglichte.
- Freie Programmierbarkeit
Die Programmierunterstützung bestand aus Makroinstruktionen zur Beschreibung der Konfiguration und den Verarbeitungs-Makros,
des weiteren aus Instruktionen für logische und mathematische Operationen,
für Ein-/Ausgabe Operationen, zum Tabellen lesen, für die Prüfziffernberechnung, für Feldprüfungen und
für andere branchenspezifische Funktionen.
Die Programmunterstützung schloss außerdem die Hilfsdienstprogramme für
die Generierung des Mikro-Codes und der Anwendermodule sowie deren Übertragung auf die Diskette bzw. Platte der IBM 3602 ein.
- Disketten- bzw. Plattenzugriff mit direktem Zugriff
Die auswechselbare Diskette diente zur Aufnahme des Microcodes der Systemkontrollblöcke und der Anwendungsprogramme.
Dem Benutzer standen ca.200 KBytes zur Verfügung um sämtliche Transaktionen an den Datenstationen zu protokollieren.
Bei Unterbrechung zum Zentralsystem konnte so auf Grund der Intelligenz der Steuereinheit der Betrieb an den
Schalterterminals ungestört aufrecht erhalten werden.
- Ein neues Verfahren zur Datenübetragung
Die Terminals waren über Ringleitungen (LOOPs) angeschlossen.
An einer lokalen LOOP konnten maximal 16 Geräte betrieben werden und zwar mit 600, 1200, 2400 oder 4800 Baud.
Die Übertragung der Daten erfolgte über feste Gruppen von Datensegnmenten (Slots),
die in gleichbleibender Richtung über eine Zweidrahtleitung geschickt wurden.
Jede Station kannte die Position des Datensegments, die ihr mittels Konfiguration-Makro zugeteilt war.
Über Fernringleitungen wurden die Daten mit 600 oder 1200 Baud mittels IBM Einbaumodems
oder über externe an die V.24 Schnittstelle angeschlossene Postmodems übertragen.
Für die Übertragung zwischen der IBM 3601 und dem zentralen Rechner wurde die neue
bit-serielle Synchronpozedur SDLC (Synchronous Data Link Control) eingesetzt.
- Volle Unterstützung durch IBM Standardsoftware
Mit Hilfe der damals neuen DFV-Zugriffsmethode VTAM (Virtual Telecommunication Access Methode)
konnte das Anwendungsprogramm auf dem Zentralrechner über das Steuerungsprogramm der DFV-Steuereinheiten IBM 3704/3705
und der programmierbaren Steuereinheiten IBM 3601/3602 Daten zu den einzelnen Datenstationen senden bzw. empfangen.
W.F.