SB Solution Line IBM 5994

Ankündigung: 1995

IBM Solutiuon Line

Diese Produktlinie bestand aus 8 verschiedenen Versionen kompakter und universeller Selbstbedienungsgeräte, teilweise auch für sitzende Bedienung (insbesonders für Behinderte).

In einer 24 Stunden zugänglichen Lobby konnte der Kunde an diesen Terminals nicht nur die üblichen Bankgeschäfte tätigen, sonderm auch teilweise neuartige Transaktionen vornehmen, die vorher nur am Schalter von dem Institutspersonal getätigt werden konnten.

Mit fortschrittlichen Komponenten wie neuen Bildschirmen und Laserdruckern wurde das Anwendungsspektrum im Selbstbedienungsbereich attraktiv erweitert:
Man konnte nicht nur Auskünfte über das eigene Konto, Kontoauszüge oder Euroschecks erhalten, sondern z.B. auch Immobilien-Angebote studieren, sich mit aktuellen Börsen- und Währungsinformationen versorgen oder Versicherungspolicen ausdrucken.

Die Informationen konnten mit Text, Bild und Graphik dargestellt und bei Bedarf durch Ton und Video ergänzt werden.

Ein Kunde, der sich für Immobilien interessierte, konnte in verschiedenen Angeboten blättern, sich Ausstattung und Lage sowie Kosten und Konditionen anzeigen lassen. Er konnte sogar am Bildschirm ("virtuell") durch das Gebäude und den Garten gehen und somit einen bildhaften Eindruck bekommen.

Letzte Neuigkeiten, zusätzliche Angebote der Bank oder Reise- und Versicherungsangebote konnten nicht nur eingesehen, sondern sogleich auf dem installierten Laserdrucker ausgedruckt werden.

Mit eingebauten Scannern konnten vorgedruckte Formulare mit handschriftlichen Einträgen, insbesondere Überweisungsformulare, gelesen und der erkannte Text zur Verifikation auf dem Bildschirm angezeigt werden.
Gleichzeitig wurde das Formular "indossiert", d.h. mit Datum und Nummer versehen, die auf dem Quittungsbeleg für den Geschäftsvorgang mit ausgedruckt wurden.

Modell-Übersicht

 Modelle SL1 und SL2

 Modelle S3A und S3X

 Modelle S3B

 Modelle S3C und S3D

 Modelle S4A

Baugruppen der Solution Line IBM 5994

Alphatastatur

Die Alphatastatur war eine Standard MF II Tastatur in Edelstahl, glatt in die Oberfläche eingelegt und damit gut zu reinigen. Die Tasten hatten einen definierten Druckpunkt als gefühlte Rückmeldung.

Personal Computer PS/2

Der Personal Computer PS/2, ein Micro-Channel PC mit einem 33/66 MHZ i486DX2 Mikroprozessor, hatte 16 bis 48 MB Hauptspeicher, eine Festplatte von 340 MB, einen SVGA Video- und ein SCSI-2 Adapter.

IBM Personal Computer PC

Der IBM Personal Computer PC war damals ein PCI/Micro-Channel System mit einem 50/75 Pentium Prozessor, 16 - 80 MB Hauptspeicher, eine Festplatte von 540 MB oder 1 GB, einem SVGA Adapter, ein SCSI-2 Adapter und ein Audio Adapter mit internem Lautsprecher. Ein CD ROM Laufwerk als Zusatz für Multimedia Anwendungen lief mit 4 facher Geschwindigkeit.

Scheckausgabe-Einheit

Die Scheckausgabe-Einheit gab auf Anforderung ein Scheckbündel von bis zu 25 Schecks aus. Sie hatte einen Scheckvorrat von jeweils bis zu 700 Schecks in zwei Vorratsbehältern.
Nicht entnommene Schecks wurden in einen Behälter mit einer Kapazität von 80 Schecks zurückgezogen.
Bedruckt wurde die Codezeile der Schecks mit bis zu 58 Zeichen in OCR A oder OCR B Schrift.

Zusätzlich konnten eine Zeile in Schönschrift (24 Punkte Matrix) und zwei weitere in Normalschrift ( 9 Punkte Matrik) bedruckt werden.

Vor Ausgabe der Schecks wurden diese auf einwandfreien Druck überprüft.

Der dafür zuständige Leser verarbeitete die Schriften OCR A, OCR B und E13B.

Fehlerhaft bedruckte Schecks wurden automatisch einbehalten und in einen Behälter für maximal 30 Schecks aufgenommen. Alle Scheckbehälter befanden sich in einem Safe nach UL-291/1 Standard.

Dokumenten Scanner

Der Dokumenten Scanner las Überweisungsformulare und Schecks.
Die Dokumente mussten mit der Oberseite eingeschoben werden und wurden mit 200 dpi (dots per inch - Punkte pro Zoll) in 16 Graustufen gelesen und auf dem Bildschirm zur Überprüfung und eventueller Korrektur angezeigt. Nicht erkannte Felder blieben leer.

Nach Korrektur und Bestätigung der korrekten Daten durch den Kunden wurde die Überweisung vom System akzeptiert und eine Bestätigung der Überweisung auf die Rückseite des Dokuments gedruckt, bevor dieses wieder an den Kunden ausgegeben wurde.

Der Eingabeschlitz konnte vom Anwendungsprogramm je nach Situation blockiert werden.
Dokumente wurden nach Drücken der Abbruchtaste sofort zurückgegeben.

Nicht entnommene Dokumente wurden eingezogen und in ein Ablagefach gesteuert.

Ein spezielles Programm diente zur Erkennung sowohl der maschinengedruckten als auch der handgeschriebenen Zeichen.

Externe Kontakte

Vier Relaiskontakte konnten vom Anwendungsprogramm angesteuert werden und vom Kunden für die verschiedensten Systeme, wie Anzeigefelder, Alarmanlagen oder Ansteuerung von Überwachungskameras benutzt werden.

Laserdrucker

Mit dem Laserdrucker konnten Dokumente in bester Druckqualität (600 x 600 Punkte pro Zoll) erstellt werden.
Beidseitiger Druck war möglich. Die Druckgeschwindigkeit betrug 10 Seiten pro Minute. Der Papiervorrat fasste 200 und 500 Blatt.

Matrixdrucker ( 9 Punkte)

Dieser Nadeldrucker entsprach dem Drucker IBM 4721. Er hatte eine Schneidevorrichtung und Ausgabeeinheit für Bündel bis zu 10 Dokumenten.

Das einlagige Papier, in Zickzack Form bereitgestellt, hatte auf seiner linken Seite eine kleine schwarze Markierung zum Erkennen der Schneidekante.

Nicht entnommene Dokumente wurden nach einem definierten Zeitintervall in ein Ablagefach zurückgezogen. Der Papiervorrat reichte für 5000 Dokumente.

Matrixdrucker (24 Punkte )

Dieser Nadeldrucker konnte professionell gestaltete Dokumente in Briefqualität drucken.

Verwendet wurden die Schrifttypen Roman und Sans Serif gemäß der Kodetabelle 850, und ein zusätzlicher Schrifttypensatz konnte frei gewÃählt und geladen werden.
Die Druckgeschwindigkeit variierte zwischen 300 und 150 Zeichen/Sekunde, je nach Druckqualität. In seinen sonstigen Eigenschaften entsprach der Drucker dem 9 Punkte Matrixdrucker.

Farbbildschirm mit Touchscreen 15 Zoll

Der Farbbildschirm mit Touchscreen (berührungsempfindlicher Bildschirm) hatte eine maximale Anzeigefläche von 280 x 210 mm (334 mm Bilddiagonale).
Bildgröße und Lage konnten vom Institut eingestellt werden. Die Bildauflösung (SVGA) betrug 800 x 600 Bildpunkte.
Mit einem zusätzlichen Sichtschutzfilter konnte der seitliche Einblick auf 24° begrenzt werden und verhinderte so den Einblick für Fremdpersonen.

Farbbildschirm mit Touchscreen 17 Zoll

Dieser Farbbildschirm hatte eine maximale Anzeigefläche von 395 x 292 mm (371 mm Bilddiagonale).
Die Bildauflösung konnte bis zu 1280 x 1024 Bildpunkte betragen. Der flimmerfreie Bildschirm entsprach ISO 9241-3 und in seinen elektrischen, magnetischen und elektrostatischen Abstrahlungen den MPR-II Vorgaben.

Zusätzliche Bildschirmentspiegelung

Dieser Zusatz sollte Lichtreflexionen bei Sonnen- oder Lampeneinstrahlung mildem.

Lautsprecher

Die Lautsprechereinheit, auch als "IBM Multimedia Audio" Option bezeichnet, bestand aus zwei Lautsprechern mit entsprechendem integriertem Stereo Verstärker und einer Bedieneinheit zur Einstellung der gewünschten Klangwerte.

Kommunikations-Adapter

Es gab insgesamt 4 verschiedene Kommunikationsadapter:

Magnetkartenleser/ -schreiber

Der Magnetkartenleser las die Spuren 2 und 3 und beschrieb die Spur 3 gemäß den ABA bzw. ISO Spezifikationen.
Er war für die Installation einer CIM86 Einheit vorbereitet, die das modulare Merkmal auf einer Kundenkarte prüfen konnte.

Der Leser konnte für Magnetstreifen oben oder unten, je nach Wunsch des Instituts, eingebaut werden, erkennbar an einem Pictogramm.
Ein gesperrter Einlassschlitz akzeptierte nur genormte Karten.
Nach Einzug der Karte wurde der Einlassschlitz sofort wieder geschlossen, bis die Karte wieder ausgegeben wurde.

Vergessene oder gestohlene Karten wurden einbehalten und in einem abschließbaren Behälter abgelegt.
Bei Stromausfall wurde die Transaktion abgebrochen und der Kunde erhielt seine Karte zurück.

Chipkartenzusatz

Ein Chipkartenleser-Zusatz wurde am Ende des Magnetkartenlesers angeflanscht.
Er las Chipkarten nach den ISO Standards 7816, Teile 1, 2, und 3, wobei die Kontakte des Chips gemäß ISO am Anfang der schmalen Seite der Karte sein mussten.
Er passte sich programmgesteuert automatisch dem Protokoll der Karte an. (Typ 0, 1 oder 14).

Geheimzahltastaturen

Es gab 2 verschiedene Tastaturen für die Eingabe der Geheimzahl.
Beide hatten eine flache, stabile Edelstahloberfläche, die Schutz gegen Vandalismus bot und einfach zu reinigen war:

Es gab eine Standard Tastatur mit 10 numerischen Tasten und 4 Funktionstasten.
Außerdem gab es eine sofort verschlüsselnde Tastatur (EPP), die hard- und softwaremäßig nach zwei verschiedenen Standards, entsprechend den deutschen ZKA Richtlinien arbeitete.

Bei der Tastatur mit dem vollen DES (Data Encryption Standard) erfolgte die PIN Verschlüsselung sowie die Verschlüsselung der zu übertragenden bzw. die Entschlüsselung der zu empfangenden Daten in einem speziell geschätzten Bereich der Tastatur.
In diesem Bereich wurden auch alle sensitiven unverschlüsselten Daten gespeichert.
Bei einer Speicherung außerhalb wurden sie zuvor verschlüsselt.
Außerdem bot die Tastatur die Möglichkeit der Überprüfung von Nachrichten auf ihre Unverfälschtheit (MAC-ing Message Authentication), der Überprüfung der Geheimzahl und eine Verwaltung der verschiedenen Schlüssel.
All dies wurde gesteuert durch Programmroutinen gemäß der "IBM Common Cryptographic Architecture". Die Tastatur mit kommerziellem DES verschlüsselte nur die Geheimzahl des Kunden.

Multimedia Zusatz

Der Multimedia Zusatz bestand aus einem CD-ROM Laufwerk und einem Audio Adapter für Sprache und Ton.
 
 


W.F.